Typ-1-Diabetes: Diäten, die momentan angesagt sind

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Low-carb, ketogene oder ketoaktive Diät, paleoische Diät, vegetarisch oder vegan… All diese Diäten werden immer beliebter, auch bei Menschen mit Typ-1-Diabetes. Woraus bestehen sie und was bringen sie? Ein Rückblick auf diese manchmal gar nicht so neuen Diäten.

Low-Carb-Diät, ketogen, Atkins… 

Unter dem Begriff „Low Carb“ finden wir alle Diäten, die grundsätzlich die Kohlenhydrataufnahme (stärkehaltige Lebensmittel, Süßwaren, Früchte…) durch die Bevorzugung von Fett und Eiweiß begrenzen.

Die DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) empfiehlt 40-55% der Kalorienzufuhr als Kohlenhydrate, 35-40% als Fett und 10-20% als Proteine. Low-Carb-Diäten hingegen empfehlen 70-80% Fett, 20-25% Protein und 5-10% Kohlenhydrate (20 bis 50 Gramm Kohlenhydrate pro Tag). Diese Diäten begrenzen den Kohlenhydratverbrauch, um den Körper zu zwingen, Fett als Energiequelle zu nutzen. 

Es gibt zwei Hauptvarianten einer Low-Carb Diät:

Die Atkins-Diät besteht darin, den Kohlenhydratkonsum klar zu begrenzen, bevor er schrittweise wieder eingeführt wird. Sie ist in 4 Phasen unterteilt:

  • 20 bis 25 Gramm Kohlenhydrate pro Tag, bis Sie 7 kg Ihres Zielgewichtes entfernt sind.
  • 25 bis 50 g Kohlenhydrate / Tag, bis Sie 5 kg Ihres Zielgewichtes entfernt sind. 
  • 50 bis 80 g Kohlenhydrate / Tag nach Erreichen des Zielgewichtes. Aufrechterhaltung für einen Monat
  • dann 80 bis 100 g Kohlenhydrate / Tag für den Rest der Zeit zur Kontrolle des Gewichts

Die zweite Variante ist die Keto- oder ketogene  Diät: Hier wird die Aufnahme von Kohlenhydraten so niedrig gehalten, dass der Körper in den Zustand der „Ketose“ übergeht (Produktion von Ketonen durch die Leber zur Energieversorgung, Ersatz von Kohlenhydraten). Solange die Menge der Ketone im Blut moderat bleibt, spricht man von „Ketose“.

Low-Carb-Diäten werden im Allgemeinen durchgeführt, um leicht und schnell an Gewicht zu verlieren. Bei Menschen mit Typ-1-Diabetes erlaubt dies, die Insulindosen zu reduzieren, weil fast keine Kohlenhydrataufnahme aufgenommen werden.  

Eine dänische Studie kam auch zu dem Schluss, dass eine Low-Carb Diät (100 g Kohlenhydrate / Tag) über 12 Wochen hinweg, hypoglykämische Perioden, Blutzuckerschwankungen sowie das Gewicht reduzierte, ohne das kardiovaskuläre Risiko zu erhöhen.  

Glutenfreie Ernährung bei Zöliakie

Zu den glutenfreien Diäten gehört vor allem die Paleo-Diät, die aus Nahrungsmitteln besteht, die man in der Altsteinzeit hätte finden können, und die somit verarbeitete Produkte, Milchprodukte und Getreide eliminiert.

Gluten kommt natürlich in einer großen Anzahl von Lebensmitteln vor, die täglich konsumiert werden, und noch mehr in verarbeiteten Lebensmitteln. Tatsächlich verbietet diese Diät eine große Anzahl von Lebensmitteln, insbesondere Getreideprodukte (Ballaststoffquellen, die normalerweise helfen, den Blutzuckerspiegel zu kontrollieren): Pasta, Brot, Bulgur, etc. 

Eine glutenfreie Ernährung mit einem Diabetes zu vereinbaren, kann daher kompliziert sein. Eine unausgewogene Diät kann zu Mangelzuständen und hohen Blutzuckerwerten führen. 

Allerdings kann eine glutenfreie Ernährung für Menschen mit Zöliakie indiziert sein, einer Autoimmunerkrankung, die die Wände des Darms schädigt und eine strikte glutenfreie Ernährung erfordert. Studien haben einen Zusammenhang zwischen Typ-I-Diabetes und Glutenunverträglichkeit gezeigt, welcher durch ein gemeinsames Prädispositionsgen erklärt werden könnte und 2% bis 8% der Menschen mit Diabetes-Typ-1 betrifft1.    

Vegetarische Ernährung

Die vegetarische Ernährung schließt tierische Proteine aus der Ernährung aus. Konkret bedeutet dies ein Verbot von Fleisch, Fisch und Meeresfrüchten.

Es gibt andere ähnliche Diäten, jede mit ihrer eigenen Besonderheit (lacto-vegetarisch, 

lacto-ovo-vegetarisch, pesco-vegetarisch, flexitarisch, vegan,…). 

Diese Diäten ziehen immer mehr Menschen aus unterschiedlicher Motivation an: religiös, ethisch, ökologisch, aber auch medizinisch. So werden Produkte vermieden, die aus möglichen Gesundheitsskandalen resultieren, wie die angeblich schädlichen Auswirkungen von Fleisch auf den allgemeinen Gesundheitszustand… 

Mehrere Aspekte der vegetarischen Ernährung sprechen Typ-1-Diabetiker an. 

  • Sie fördern eine ballaststoffreiche Ernährung, die hilft, den Blutzuckerspiegel zu kontrollieren. 
  • Sie enthalten wenig gesättigte Fettsäuren und helfen, den schlechten Cholesterinspiegel (LDL), den Blutdruck und das Risiko von kardiovaskulären Komplikationen zu senken.

Quelle : 

1. http://ceed-diabete.org/blog/diabete-et-intolerance-au-gluten-quels-liens/

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