Mit Diabetes Typ 1 beim Wintersport

Datum
Teilen

Der Winter rückt näher. Die Öffnung der Skigebiete steht kurz bevor. Kurzum, bald ist es Zeit, in den Skianzug zu schlüpfen und die Skier anzulegen, um sich in das rutschige Vergnügen zu stürzen! Personen mit Diabetes Typ 1 müssen aber unbedingt einige Dinge beachten, wenn sie sich der Kälte aussetzen und Wintersport treiben. Wie gelingt dies ohne Stress? 

Bei Kälte gilt: Achtung vor Unterzuckerung! 

Wenn es kalt ist, neigt der Körper dazu, auf seine Reserven zurückzugreifen, um die Körpertemperatur aufrechtzuerhalten. Diese Reserven bestehen hauptsächlich aus Kohlenhydraten. Für eine Person mit T1D bedeuten Kohlenhydrate eine Reduzierung ihres Bedarfs an Insulin

Ein Tag auf Skiern, auf dem Snowboard, auf dem Schlitten oder auf Schlittschuhen kommt Ausdauersport gleich. In einem solchen Fall sollte Ihr Insulinbedarf geringer sein. 

Überprüfen Sie, wenn Sie im Skigebiet angekommen sind, regelmäßig Ihren Blutzuckerspiegel, um Ihre Aktivitäten anzupassen und besser mit den Wetterbedingungen zurechtzukommen. Wenn Sie den ganzen Tag über körperlich aktiv waren, ist es ebenfalls wichtig, dass Sie vor dem Schlafengehen Ihren Blutzuckerspiegel kontrollieren. 

Falls Sie eine Insulinpumpe tragen, muss bei Wintersportaktivitäten wahrscheinlich die Basalinsulingabe reduziert werden;  falls Sie sich Spritzen setzen, müssen Sie langwirksames Insulin nehmen. Gleit- und Wintersportaktivitäten verringern bei Pumpenträgern zudem den Bolusbedarf, und bei Personen, die sich Spritzen setzen, den Bedarf an schnellwirksamem Insulin. 

Frostgefahr für Ihre Geräte 

Insulin wird völlig unbrauchbar, wenn es Minustemperaturen (unter 0 °C) ausgesetzt wird. Für Personen, die eine Patch-Pumpe tragen, sollte dies in Anbetracht der dicken Winterkleidung kein Problem darstellen. Wenn Sie eine Schlauchpumpe benutzen, tragen Sie sie möglichst nah am Körper oder in einer Innentasche. Ihre Körperwärme sorgt dafür, dass die Pumpe ausreichend warm bleibt. Personen, die sich spritzen, sollten es möglichst vermeiden, ihre Pens mit auf die Piste zu nehmen. Wenn Sie aufgrund Ihres geplanten Tagesprogramms keine andere Wahl haben, bewahren Sie Ihre Utensilien nahe am Körper oder in Innentaschen auf. Zur Aufbewahrung kann auch eine Isoliertasche verwendet werden. Gleiches gilt für die anderen Geräte (Messgerät für den Blutzuckerspiegel im Kapillarblut, Sensor für die kontinuierliche Glukosemessung, Fernbedienung für die Insulinpumpe usw.) und ihre Empfänger. 

Essen Sie ausreichend

Wie bereits erwähnt, verbraucht der Körper bei Kälte mehr Energie. Also geben Sie ihm, was er braucht! Beginnen Sie mit einem guten Frühstück bestehend aus einem warmen Getränk, langsamem Zucker wie Brot, etwas Fett und Kohlenhydraten; eine gute Ergänzung sind beispielsweise Butter und Marmelade.

Das Gleiche gilt für die weiteren Mahlzeiten. Wenn Sie sich verausgabt haben, braucht Ihr Körper stärkehaltige Nahrungsmittel und schnelle Zucker. Für eine ausgewogene Ernährung wird zudem die Zufuhr von Ballaststoffen und Vitaminen empfohlen. 

Und zum Abschluss haben Sie sich nach der Anstrengung das Raclette und/oder Fondue redlich verdient, oder 😉? Denken Sie jedoch daran, dass dies sehr fetthaltige Gerichte sind. 

Ihre Mahlzeiten werden wahrscheinlich von einem kleinen Glas Alkohol begleitet, woran in den Bergen kaum ein Weg vorbeiführt. Vergessen Sie nicht, dass Alkohol eine blutzuckersenkende Wirkung hat. Denken Sie daher daran, Ihre Insulindosen entsprechend anzupassen (und maßvoll zu trinken). 

Achten Sie auf sich und Ihren Körper

Kälte trocknet die Haut aus. Denken Sie daran, sie regelmäßig mit Feuchtigkeit zu versorgen. 

Menschen mit Typ-1-Diabetes sollten unbedingt auf ihre Extremitäten (Hände und Füße) achten, um eine Vasokonstriktion zu vermeiden, eine physiologische Reaktion, bei der sich der Durchmesser der Blutgefäße verengt. Eine Blutzuckermessung im Kapillarblut an den Fingerspitzen kann in einem solchen Fall schwierig sein. Dicke Handschuhe und gute Wollsocken sind daher den ganzen Winter über Ihre besten Gefährten. 

Jetzt wissen Sie, worauf Sie achten müssen, um sich trotz Ihres Typ-1-Diabetes unbesorgt ins Wintersportvergnügen stürzen zu können! 🏂

Mehr zu diesem Thema

Unsere Empfehlungen