Zucker und Diabetes: bekannte natürliche Zuckeraustauschstoffe

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Wenn es um die Ernährung geht, ist Zucker ein Thema, das regelmäßig zur Debatte steht. Wenn man „Zucker“ sagt, denkt man meistens zuerst an weißen Zucker. Den sein Nährwert ist alles andere als gut: 99,6 g Kohlenhydrate und 400 kcal pro 100 g sowie ein glykämischer Index von 70; da ist noch Luft nach oben! Zucker führt dem Körper keinerlei Nährstoffe zu, die gut für die Gesundheit sind. Er sorgt jedoch für mehr Geschmack und steht oft für Genuss! 

So oder so sollte Zucker nur in Maßen konsumiert werden, um die schädlichen Folgen möglichst gering zu halten (Abhängigkeit, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, gesteigerte Insulin-Empfindlichkeit …). Hierbei spielt es keine Rolle, ob man mit Diabetes lebt oder nicht. 

Sollte man mit Diabetes leben und möchte man den Verbrauch an weißem Zucker einschränken und aber weiterhin das Essen genießen, gibt es glücklicherweise eine ganze Reihe an Zuckeraustauschstoffen für Menschen mit Diabetes. Und wissen Sie was? Sie sind natürlich! Wir erklären Ihnen mehr hierzu. 

Der Berühmteste davon: Honig

Es gibt ihn in zahlreichen Arten: Blütenhonig, Akazien-, Kastanien-, Lavendelhonig usw. Honig wird seit Jahrtausenden auf der ganzen Welt produziert und verzehrt. Mehr als nur ein einfaches Nahrungsmittel, galt er lange als wahres Heilmittel und besonders als Wundheilmittel.

Um die Herkunft und den Ursprung zu schützen, wird Honig mit Labels wie der geschützten Ursprungsbezeichnung (g.U.) und der geschützten geografischen Herkunftsangabe (g.g.A.) ausgezeichnet.

Je nach Art enthält Honig hauptsächlich drei Zuckerarten in unterschiedlichen Mengen: Saccharose, Glukose und Fruktose.

Hierbei entsprechen durchschnittlich 75 bis 80 g pro 100 g Kohlenhydraten. Auch der glykämische Index weicht ab und liegt im Durchschnitt bei 55. Die Kalorienzufuhr liegt bei durchschnittlichen 316 kcal pro 100 g. Zusätzlich hat Honig zahlreiche „therapeutische“ Vorteile und bietet daher beispielsweise antioxidative, antiseptische sowie heilende Eigenschaften.

Ersetzen Sie anfangs den weißen Zucker durch einen oder zwei Löffel Ihres Lieblingshonigs. Honig mit Apfelmus ist beispielsweise ein wahrer Genuss!

Welcher Begriff ist Ihrer Meinung nach geläufiger: „Agavensirup“ oder „Agavendicksaft“?

Beide Begriffe werden in der Deutschen Sprache verwendet und sind richtig! Dieser natürliche Zuckerersatz wird aus der Agave gewonnen, von denen die meisten aus Mexiko und Südafrika stammen. Im Vergleich zum Honig ist er etwas flüssiger und süßer.

Agavensirup enthält vorwiegend Fruktose und enthält etwa 76 g Kohlenhydrate pro 100 g. Sein glykämischer Index liegt bei nur 15. Er bietet also zahlreiche Vorteile, vor allem wenn man mit Diabetes lebt! 

Versuchen Sie es zuerst mit ein paar Tropfen in kalten Getränken wie Eistee, Saft oder auch Cocktails, um Ihren Gaumen zu erfreuen!

Ahornsirup: Wie wäre es mit einem kurzen Trip nach Kanada oder genauer gesagt in die Provinz Quebec? 

Der auch „Ahornwasser” genannte Sirup (ja, auch er hat seine Besonderheiten) wird aus dem Saft des Ahornbaums gewonnen, der hauptsächlich in den Wäldern der Provinz Quebec geerntet wird. Je nach Erntejahreszeit (meist im Frühling), weist er eine andere Farbe auf. Dies erklärt die goldene, bernsteinfarbene, dunkle oder sogar sehr dunkle Farbe von Ahornsirup. Die Aromen reichen hierbei von eher dezenten bis hin zu robusteren Aromen.

Die Auflagen für die Herstellung und den Verkauf von Ahornsirup sind sehr streng: Er darf keine Zusatz- oder Farbstoffe enthalten.

Die wohltuende antioxidative Wirkung von Ahornsirup sowie der hohe Gehalt an essentiellen Mineralstoffen (Mangan, Kalzium, Kalium, Eisen, Zink, Magnesium) sind allgemein bekannt. Ahornsirup enthält im Durchschnitt 67 g Kohlenhydrate pro 100 g und weist einen durchschnittlichen Nährwert von 260 kcal (je nach Art) auf. Sein glykämischer Index liegt bei 65.

Dass Ahornsirup meist mit Pfannkuchen oder Crêpes gegessen wird, ist sicherlich nichts Neues für Sie.

Kokosblütensirup: Würde es uns letztlich in den Tropen nicht besser gehen? 

Wie der Name schon sagt, stammt der Kokosblütensirup aus dem Saft der Kokosblüten. Die Kokospalmen werden hauptsächlich in Südamerika und in den pazifischen Tropen angebaut.

Da dieser Zuckerersatz besonders umweltfreundlich ist, wurde er von der UNO als besonders „nachhaltig“ eingestuft. Der Anbau erfordert nur sehr wenig Wasser und Arbeitsaufwand, ohne nötige Chemikalien bei der Herstellung.

Kokoszucker ist beliebt, da er besonders viel Vitamin C und B sowie Mineralstoffe wie Magnesium, Eisen und Zink enthält. Als vorzügliche natürliche Zuckeralternative enthält er ebenfalls auch noch besonders viele Antioxidantien.

Sein glykämischer Index ist niedrig (zwischen 25 und 35) und er enthält 76 g Kohlenhydrate pro 100 g mit einem Nährwert von 390 kcal.

Er süßt im Alltag vorzüglich Ihren Kaffee oder Tee und kann weißen Zucker (in gleichen Mengen) beim Backen einsetzen. Weiterhin ist er für seinen leichten Karamellgeschmack beliebt. Haben Sie Lust zu probieren? 

Die Zuckerersatzstoffe im Überblick 

Die nachstehend aufgeführten Zuckerersatzstoffe sind überwiegend kohlenhydrat- und kalorienärmere Alternativen zu weißem Zucker, wobei sie ebenfalls einen niedrigeren glykämischen Index aufweisen. Sie sind alle natürlicher Herkunft, wenig raffiniert und vom Honig abgesehen vegan.

Je 100 g Kohlenhydrate (g) GI Kalorien (kcal)
Weißer Zucker 99,6 70 400
Honig 75-80 55 316
Agavensirup 76 15 310
Ahornsirup 67 65 260
Kokosblütensirup 76 25-35 390
Reissirup 96 95 316
Xylitol 71 7 261
Rapadura 95 70 380

Wie Sie sehen, gibt es zahlreiche Zuckerersatzstoffe. Sie haben die Qual der Wahl, um den Süßstoff zu finden, der am besten zu Ihnen und Ihren Vorlieben passt.

Sie sollten lediglich auf die Herkunft dieser Produkte achten. Der Markt für Zuckerersatzstoffe ist groß und zählt auch industriell gefertigte Produkte (mit Wasser oder sogar weißem Zucker versetzt …).  Lesen Sie also stets das Etikett und wählen Sie also möglichst kurze Versorgungsketten! 

In der Praxis 

Wussten Sie, dass manche Hersteller für die in ihren Produkten verwendeten Zuckerersatzstoffe werben, um sich von der Konkurrenz abzuheben?

In Frankreich hat die Pariser Konditorei „Les Belles Envies“ die Gebäck-Klassiker neu erfunden und ihnen einen niedrigen glykämischen Index (GI) verschafft, d. h. mit geringen Auswirkungen auf den Blutzuckerspiegel. Wie ist das möglich? Hierbei wird der weiße Zucker durch Kokosblütenzucker oder Maltit, ein aus Getreide gewonnener Zucker, und das herkömmliche Mehl durch Mehlsorten mit niedrigem GI wie Lupinenmehl, Kokosmehl oder auch Dinkelmehl (1050) ersetzt. Hier gibt es Süßspeisen, Schokolade, Kekse und noch vieles mehr: ein Paradies für Naschkatzen, die mit Diabetes leben.

In Rom stellt das Eiscafé „La Dolce Vita“ Eis auf traditionelle Art und Weise ohne Farbstoffe und Konservierungsmittel her, wobei manche keinen Zucker enthalten und auf Sojabasis sind.

In New York bietet die Bäckerei „Sans Bakery“ zusätzlich zu ihren glutenfreien Produkten, Kuchen auf Bananen- oder Zucchinibasis als Alternative zum Zucker an. Genuss ohne Schuldgefühle durch Kalorien ist durchaus möglich!

Das Konzept der spanischen Restaurantkette „Celicioso“ (Madrid, Marbella, Barcelona) beruht auf glutenfreien und gesunden Gerichten. Das Prinzip der gesunden Küche basiert ihrer Meinung nach auf Speisen ohne Zuckerzusatz, für die ausschließlich gesunde Zutaten verwendet werden.

Fazit: Wenn man bei Diabetes seinen Zuckerkonsum überwachen möchte, um die hiermit verbundenen Auswirkungen auf die Gesundheit und besonders den Blutzuckerspiegel in Grenzen zu halten, gibt es zahlreiche Alternativen.

Diese Zuckerersatzstoffe sind in jedem Supermarkt zu finden und können einfach kombiniert werden: Sie haben nur die Qual der Wahl!

Lassen Sie es sich schmecken!

Quellen

https://fr.wikipedia.org/

https://www.mgc-prevention.fr/les-atouts-sante-du-miel/#:~:text=Le%20miel%20est%20compos%C3%A9%20essentiellement,le%20glucose%20et%20le%20fructose.&text=L’apport%20%C3%A9nerg%C3%A9tique%20du%20miel,400%20kcal%20pour%20100%20g).

https://www.apiculture.net/blog/les-bienfaits-du-miel-sante-n25 

https://www.naturaforce.com/se-desintoxiquer-du-sucre/alternatives-au-sucre/sirop-dagave/ 

https://erableduquebec.ca/produits/sirop-derable/ 

https://www.passeportsante.net/fr/Nutrition/EncyclopedieAliments/Fiche.aspx?doc=sirop_erable_nu

https://www.funkyveggie.fr/2019/11/13/bienfaits-sucre-de-coco/#:~:text=Le%20sucre%20de%20coco%20est%20riche%20en%20vitamines%20et%20min%C3%A9raux&text=Le%20sucre%20de%20coco%20d%C3%A9tient,fait%20un%20alli%C3%A9%20nutritionnel%20incontournable

https://www.greenweez.com/magazine/10-choses-a-savoir-sur-le-sucre-de-fleur-de-coco-12069/ 

https://www.naturaforce.com/se-desintoxiquer-du-sucre/alternatives-au-sucre/sucre-de-coco/#:~:text=Le%20sucre%20de%20coco%20est%20un%20produit%20assez%20calorique%2C%20puisqu,coco%20comprend%20des%20calories%20pleines.

http://www.cultures-sucre.com/faqs/combien-de-calories-dans-un-morceau-de-sucre/#:~:text=Un%20peu%20de%20math%C3%A9matiques%20%3A%20on,g%20fournira%2031%2C6%20kCal

https://www.doctissimo.fr/nutrition/diaporamas/alternatives-sucre/le-sirop-de-riz

https://www.papillesetpupilles.fr/2018/06/sirop-de-riz.html/

https://www.toutvert.fr/sirop-de-riz-infos/ 

https://www.fatsecret.fr/calories-nutrition/

https://www.femmeactuelle.fr/sante/alimentation-equilibree/xylitol-ce-quil-faut-savoir-sur-ce-sucrant-issu-de-lecorce-de-bouleau-2103333

https://blog.lafourche.fr/rapadura-sucre-complet

https://www.passeportsante.net/fr/Actualites/Dossiers/DossierComplexe.aspx?doc=alternatives_au_sucre_page1_4_do#:~:text=Extrait%20d’une%20plante%2C%20l,%C3%A9viter%20les%20pics%20d’insuline

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