Führerschein mit Typ-1-Diabetes

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Mit Typ-1-Diabetes ans Steuer! Geht das?

Während es in der Vergangenheit möglich war, Typ-1-Diabetikern, die unter Insulintherapie standen oder einen schlecht eingestellten HbA1c aufwiesen, die Fahrerlaubnis zu verweigern, wurden die Regelungen 2017 von der Deutschen Diabetes Gesellschaft überarbeitet. Typ-1-Diabetikern ist es heute gestattet Auto zu fahren, wenn der Blutzucker gut eingestellt ist und verantwortungsbewusstes Fahren vorausgesetzt werden kann. 

Autofahren auch mit Diabetes!

Im Jahr 2017 hat die Deutsche Diabetes Gesellschaft in ihrer Leitlinie für „Diabetes und Straßenverkehr“ die Begutachtungskriterien für Kraftfahrneigung erneuert. Diese besagt inzwischen, dass „gut eingestellte und geschulte Menschen mit Diabetes“ Fahrzeuge der Klasse 1 und 2 „sicher führen können“ und dass alleinig eine Insulintherapie keinen Grund für ein Fahrverbot darstellt. Zu Klasse 1 Fahrzeuge zählen u.a. PKW und Motorrad, während zur Klasse 2 Lastwägen, Taxis und Busse gehören. Typ-1-Diabetiker, die also einen gut eingestellten Diabetes und keine Hypoglykämie-Wahrnehmungsstörungen aufweisen, sind als befähigt anzusehen, am Straßenverkehr zur Beförderung von Personen teilzunehmen. Wenn Sie also als Typ-1-Diabetiker seit ihrer Kindheit davon träumen, Busfahrer zu werden, dann steht Ihrem Traumberuf heute nichts mehr entgegen. Für genauere Informationen verweisen wir auf die  S2e-Leitlinie Diabetes und Straßenverkehr, 1. Auflage1

Sich dennoch der Risiken bewusst sein!

Das stellt Autofahren für Diabetiker weiterhin eine gefahrvolle Beschäftigung dar, für den Fall, dass die Stoffwechsellage nicht optimal eingestellt sein sollte oder Hypoglykämie-Wahrnehmungsstörungen vorliegen. Sobald der Blutzuckerspiegel abfällt, sinkt gleichzeitig auch die Aufmerksamkeit, die Konzentration und das Reaktionsvermögen, was zu gefährlichen Situationen führen kann. Für Personen, die nicht in der Lage sind, diese Symptome zu verspüren, können Teilnahmen an Schulungen, der Einsatz von CGMs (kontinuierliches Glukose Monitoring) oder akustischer Warnfunktionen das Hypoglykämierisiko reduzieren und das Autofahren sicherer machen.

So kann nichts schief gehen!

Wir geben Ihnen ein paar Tipps, die sich an den Leitlinien für „Diabetes und Straßenverkehr“ orientieren, welche Sie beachten sollten, um sorglos fahren zu können und andere Verkehrsteilnehmer und sich selbst nicht zu gefährden.

  • Blutzuckerspiegelkontrolle vor Fahrtantritt: Kontrollieren Sie Ihren Blutzuckerspiegel jedes Mal vor Fahrtantritt. Wenn dieser zu niedrig ist, nehmen Sie ein paar schnell resorbierbare Kohlenhydrate zu sich und fahren Sie erst los, wenn der Blutzucker wieder gestiegen ist, um zu vermeiden, dass dieser während der Fahrt in einen hypoglykämischen Bereich absinkt.
  • Tagebuch führen: Führen Sie ein Tagebuch, in welches Sie Ihre gemessenen Blutzuckerwerte regelmäßig eintragen. So können Sie im Falle eines Unfalls nachweisen, dass sich Ihre Werte im Normalbereich befanden. 
  • Mitführen von kohlenhydrathaltigen Lebensmitteln: Halten Sie Traubenzuckerplättchen, Müsliriegel, etwas Obst oder andere Snacks für den Notfall im Handschuhfach parat, damit sie schnell greifbar sind, um einer Hypoglykämie vorzubeugen oder eine bereits eingetretene Hypoglykämie schnell zu behandeln. 
  • Pausen einhalten: Machen Sie alle zwei Stunden eine Pause, messen Sie erneut Ihren Blutzuckerspiegel um sicherzugehen, dass dieser nicht abgefallen ist und tragen Sie diesen in das Tagebuch ein.
  • Verhalten bei Verdacht einer Hypoglykämie: Halten Sie sofort an, wenn Ihnen unwohl ist oder Sie Anzeichen einer Hypoglykämie verspüren. Nehmen Sie etwas Traubenzucker oder andere schnell wirksame Kohlenhydrate zu sich und fahren Sie erst weiter, wenn die Symptome vorüber sind und der Blutzucker sich im Normalbereich befindet.

1. https://www.deutsche-diabetesgesellschaft.de/fileadmin/Redakteur/Leitlinien/Evidenzbasierte_Leitlinien/2017/Leitlinie_S2e_Diabetes_und_Stra%C3%9Fenverkehr_Endfassung.pdf

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