Führerschein mit Typ-1-Diabetes: mit Diabetes mellitus sicher Autofahren

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Mit Typ-1-Diabetes ans Steuer! Geht das?

Während es in der Vergangenheit möglich war, Menschen mit Typ-1-Diabetes, die unter Insulintherapie standen oder einen schlecht eingestellten HbA1c-Wert (Blutzuckerlangzeitwert) aufwiesen, die Fahrerlaubnis zu verweigern, wurden die Regelungen 2014 von der Bundesanstalt für Straßenwesen überarbeitet. Typ 1er*innen ist heute Autofahren gestattet, wenn der Blutzucker gut eingestellt ist und verantwortungsbewusstes Fahren vorausgesetzt werden kann.

Autofahren auch mit Diabetes Typ 1

Im Jahr 2018 hat die Bundesanstalt für Straßenwesen in ihrer Leitlinie für „Diabetes und Straßenverkehr“ die Begutachtungsleitlinien zur Kraftfahreignung für die Frage „Führerschein mit Typ-1-Diabetes, ja oder nein?“ erneuert. Die Leitlinie besagt, dass „gut eingestellte und geschulte Menschen mit Diabetes“ Fahrzeuge der Klasse 1 und 2 „sicher führen können“ und dass alleinig eine Insulintherapie keinen Grund für ein Fahrverbot darstellt. Zu Klasse 1 Fahrzeugen zählen u. a. PKW und Motorrad, während zur Klasse 2 Lastwagen, Taxis und Busse gehören. Menschen mit Typ-1-Diabetes, die einen gut eingestellten Diabetes und keine Hypoglykämie-Wahrnehmungsstörungen aufweisen, sind als befähigt anzusehen, am Straßenverkehr zur Beförderung von Personen teilzunehmen. Wenn Sie also als Typ-1*er seit Ihrer Kindheit davon träumen, Busfahrer zu werden, dann steht Ihrem Traumberuf heute nichts mehr entgegen. Für genauere Informationen verweisen wir auf die S2e-Leitlinie Diabetes und Straßenverkehr, 1. Auflage1.

Diabetes mellitus 1 + Führerschein: Sich der Risiken bewusst sein!

Gleichzeitig stellt Autofahren für Menschen mit DM Typ 1 weiterhin eine Beschäftigung mit besonderen Risiken dar, und zwar wenn der Blutzuckerspiegel nicht optimal eingestellt ist oder Hypoglykämie-Wahrnehmungsstörungen vorliegen. Sobald der Blutzuckerspiegel abfällt, sinkt gleichzeitig auch die Aufmerksamkeit, die Konzentrations-Fähigkeit und das Reaktionsvermögen, was zu gefährlichen Situationen führen und im Falle eines Unfalls zum Entzug des Führerscheins führen kann. Für Personen, die nicht in der Lage sind, diese Symptome rechtzeitig zu erkennen, können die Teilnahme an Schulungen, kontinuierliche Glukosemessung (Continuous Glucose Monitoring CGM) oder akustische Warnfunktionen das Hypoglykämie-Risiko reduzieren und das Autofahren sicherer machen.

So kann nichts schief gehen!

Wir geben Ihnen ein paar Tipps, die sich an den Leitlinien für „Diabetes und Straßenverkehr“ orientieren, um sorglos mit Ihrem Führerschein in der Tasche Auto fahren zu können und andere Verkehrsteilnehmer sowie sich selbst nicht zu gefährden.

  • Blutzuckerspiegelkontrolle vor Fahrtantritt: Kontrollieren Sie Ihren Blutzuckerspiegel jedes Mal vor Fahrtantritt. Wenn dieser zu niedrig ist, nehmen Sie ein paar schnelle Kohlenhydrate zu sich und fahren Sie erst los, wenn der Blutzucker wieder gestiegen ist. Damit vermeiden Sie, dass der Blutzuckerwert während der Fahrt in den hypoglykämischen Bereich absinkt.
  • Tagebuch führen: Führen Sie ein Tagebuch, in das Sie Ihre gemessenen Blutzuckerwerte bei jeder Fahrt eintragen. So können Sie im Falle eines Unfalls nachweisen, dass sich Ihre Werte im Normalbereich befanden, und vielleicht Ihren Führerschein retten. 
  • Mitführen von kohlenhydrathaltigen Lebensmitteln: Halten Sie Traubenzuckerplättchen, Müsliriegel, etwas Obst oder andere Snacks mit schnellen Kohlenhydraten für den Notfall im Handschuhfach parat, damit sie schnell greifbar sind, um einer Unterzuckerung vorzubeugen oder eine bereits eingetretene Hypoglykämie schnell zu beheben. 
  • Pausen einhalten: Machen Sie alle zwei Stunden eine Pause, messen Sie erneut Ihren Blutzuckerspiegel, um sicherzugehen, dass dieser nicht abgefallen ist, und tragen Sie diesen in das Tagebuch ein.
  • Verhalten bei Verdacht einer Hypoglykämie (Unterzuckerung): Halten Sie sofort an, wenn Ihnen unwohl ist oder Sie Anzeichen einer Hypoglykämie verspüren. Nehmen Sie etwas Traubenzucker oder andere schnell wirksame Kohlenhydrate zu sich und fahren Sie erst weiter, wenn die Symptome vorüber sind und der Blutzucker sich im Normalbereich befindet.

1. https://www.deutsche-diabetesgesellschaft.de/fileadmin/Redakteur/Leitlinien/Evidenzbasierte_Leitlinien/2017/Leitlinie_S2e_Diabetes_und_Stra%C3%9Fenverkehr_Endfassung.pdf

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