Lea will das Gespräch über Diabetes inklusiver machen

Datum
Teilen

Vor Lea erfuhr, dass sie Typ 1 Diabetes hatte, wurde sie falsch diagnostiziert. Danach entwickelte sie eine Angststörung und Depression. Nun will Sie, dass das Gepräch über Diabetes und psychische Gesundheitsprobleme intersektionell wird.

Kannst Du dich und deine Tätigkeit(en) in der Diabetes-Online-Community in wenigen Sätzen vorstellen? 

Manche Leute nennen mich Diabetes-Bloggerin, manche nennen mich Diabetes-Influencerin… Ich ziehe es vor, eine Fürsprecherin der Patienten und eine Stimme für mich und meine Mitpatienten mit Diabetes zu sein, die unsere Zukunft gestalten. Ich habe ein Diabetes-Blog, ich bin sehr aktiv bei Instagram und schreibe für das größte deutsche Online-Magazin über Diabetes. Außerdem wurde ich kürzlich von der IDF zum „Young Leader in Diabetes“ gewählt. 

Was hast Du dazu bewogen, mit Ihrer Aufklärungs- oder Erziehungsarbeit zu beginnen? Und was veranlasst dich, jeden Tag weiterzumachen? 

Ich wurde diagnostiziert, als ich als Austauschschülerin in den USA war, und weil ich zunächst falsch diagnostiziert wurde, war ich in einer sehr schlechten Verfassung, als ich nach Deutschland zurückfliegen musste, um mich behandeln zu lassen. Ich entwickelte eine Angststörung und Depression, und war zu schwach, um alleine aufzustehen und zu duschen. Es war ein langer Weg mit ständigen Kämpfen, bis ich mich wieder besser fühlte. Diese Erfahrungen haben mich und meine Sichtweise auf das Leben stark geprägt. Ich habe auf die harte Tour gelernt, dass das Leben kostbar ist, und mir versprochen, nur das zu tun, was mich glücklich macht und mir und anderen hilft zu wachsen. Mein Eintreten für Diabeteskranke ist Ausdruck davon, dass ich nicht will, dass jemand den Schmerz fühlen muss, den ich damals erleiden musste. Ich möchte Menschen mit Diabetes und psychischen Problemen ermutigen, helfen und motivieren. Was mich dazu bringt, jeden Tag in Bewegung zu bleiben, sind all die Botschaften, die ich täglich erhalte und die mir sagen, wie sehr meine Geschichte den Menschen geholfen hat, mit ihrer eigenen zurechtzukommen. Es macht mich glücklich, zu helfen und tatsächlich etwas zu bewirken! 

Eine Sache, von der Du dich wünscht, dass dir jemand gesagt hätte, als Du neu diagnostiziert wurden? Oder die Du deinem jüngeren Ich erzählen würden? 

Vertraue dem Prozess. Er wird besser werden und am Ende so ablaufen, wie du es geplant hast. 

Eine Sache über Diabetes, die Du nicht mehr hören willst? 

Was mich immer noch wirklich ärgert, ist, wenn die Leute denken, dass Diabetes meine eigene Schuld ist. „Essen Sie einfach gesund und trainieren Sie, dann geht es weg“. Glauben Sie nicht, dass ich alles tun würde, um Diabetes verschwinden zu lassen? 

Wenn dein Diabetes ein echter Mensch wäre und Dich einmal in deinem Leben mit ihm/ihr sprechen könnten, was würdest Du sagen? 

Das ist ein harter Brocken! Ich bin nicht sicher, ob ich Diabetes etwas sagen möchte. Mein Diabetes nervt mich sicherlich, aber er hat mich und meine Überzeugungen auch geprägt, und obwohl ich Diabetes nicht gerne habe, ist er Teil meines täglichen Lebens und hat mich irgendwie zu der Person gemacht, die ich heute bin. 

Deine liebsten Hypo-Behandlung(en)? 

Vegane Gummibärchen! 

Deine Lieblings-Lebensmittel/Snack mit niedrigem Kohlenhydratgehalt? 

Mein Lieblingssnack wären gesalzene Nüsse oder gesalzene Edamame/Sojabohnen! Meine Lieblingsspeise mit niedrigem Kohlenhydratgehalt wäre Salat mit etwas Schönem wie gebratenem Tofu. 

Lieblingsessen mit vielen Carbs? 

Nudeln! 

Diabetes-Burnout: Was denkst du darüber? Persönliche Erfahrung? Irgendwelche Ratschläge, wie man damit umgehen kann? 

Ich verstehe es total. Diabetes kann so anstrengend sein. Vor allem, wenn man sein Bestes gibt, damit alles funktioniert, aber an manchen Tagen klappt es einfach nicht. Wir müssen uns daran erinnern, dass wir nicht unsere Blutzuckerwerte sind. Es wird schlechte Tage geben. Und das ist in Ordnung! Es ist wichtig, einen Weg zu finden, mit diesen schlechten Tagen umzugehen und sie nicht zu sehr auf sich wirken zu lassen. Wenn ich einen schlechten Diabetes-Tag habe, versuche ich, kohlenhydratarme Nahrung zu essen und etwas Entspannendes zu tun. Aber ich denke, jeder muss seinen eigenen Weg finden. 

Wenn Ihr Diabetes ein Lied wäre?

Low – Florida (feat. T-Pain)

# BONUS: Was sollte Ihrer Meinung nach mehr diskutiert werden, wenn es um Diabetes geht? 

Themen, die stärker diskutiert werden müssen, sind psychische Gesundheit und Diabetes, Diabetes und Sex, aber auch Diabetes und Verhütungsmittel, Schwangerschaft und die allgemeine Gesundheit von Frauen und natürlich die Gesundheit von Minderheitengruppen. Das Gespräch über Diabetes Typ 1 muss vielfältiger und inklusiver werden. 

Land: Deutschland 

Blog: http://insulea.de

Sozialer Netzwerke Profile:

  http://www.facebook.com/insulea

 @insulea.de – https://www.instagram.com/insulea.de/

Mehr zu diesem Thema

Unsere Empfehlungen