Diabetes & Social Media – was sagt die Diabetes Online Community?

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Viele Menschen, die mit Diabetes leben, folgen oder sind Mitglieder von Diabetes-Communities in den sozialen Netzwerken – auf Facebook-Seiten und in Facebook-Gruppen, auf Instagram-Accounts, Snapchat, TikTok etc. Viele Patienten sind auch Diabetes-Botschafter*Innen, auf Englisch heißen sie auch „diabetes advocates”. Diabetes Typ 1, Diabetes Typ 2, Angehörige von Typ 1ern und Typ1erinnen – es gibt im Internet eine Community für jeden Fall und jedes Profil. Warum folgen wir diesen Social Media Gruppen, die Diabetes thematisieren? Was erwarten wir von diesen Communities? Wir durften mit Marielle, Julien, Gisèle, Clément und anderen Menschen aus der Diabetes Online-Community sprechen und sind der Frage auf den Grund gegangen.

Die Diabetes-Community auf Social Media: Damit man sich verstanden fühlt

Marielle folgt verschiedenen Diabetes-Communities auf unterschiedlichen Social-Media-Kanälen, weil es eine Möglichkeit bietet, „sich mit Leuten auszutauschen, die einen verstehen, denn die Menschen ohne Diabetes um uns herum können nicht alles verstehen, was wir durchleben”. Julien hat uns Folgendes anvertraut: „Online konnte ich zum ersten Mal über Diabetes mit Leuten sprechen, die ihn im Alltag erleben. Das tut gut!”.

In den Netzwerken können alle, die keine Menschen mit Diabetes in ihrem Umfeld haben, Menschen treffen und sich betreut fühlen, denn „man trifft Diabetiker mit Typ 1 ja nicht an jeder Ecke”, wie Juliette sagt. Clément spricht über diese Diabetes-Communities wie über einen Zufluchtsort: „Manchmal verstehen die Leute im Umfeld eines Diabetikers nur schwer, welchen Stress diese Krankheit erzeugen kann. Es ist eine nicht zu unterschätzende Stütze, wenn man weiß, dass Leute einen verstehen und helfen können.” Für andere bedeuten Social Media noch mehr, etwa für Nathalie, die „durch den Austausch mit anderen Typ1ern und Typ1erinnen, Diabetes viel besser erträgt”.

In diesen Online-Communities bzw. Gruppen über Diabetes auf sozialen Medien gibt es auch viele Eltern von Kindern mit Diabetes Typ 1, die online Unterstützung suchen. Anaïs folgt den Diabetes-Communities im Internet wegen ihrer Tochter: „Für mich ist Diabetes Typ 1 eine Lebenseinstellung, das verstehen nur Menschen, die selbst mit Diabetes leben. Durch Social Media Plattformen fühlt man sich integriert in eine Gemeinschaft, wo man auf Verständnis im Bezug auf Diabetes trifft, wo wir unsere Erlebnisse teilen und einander helfen.”

Social Media, um Tipps und Tricks bei Diabetes zu erhalten

Die Diabetes Online-Communities im Internet sind auch eine Fundgrube für gute Tipps und Ideen, um das tägliche Leben mit Diabetes zu managen. Clément meint: „Ich finde auf den Seiten gute Tipps, etwa Rezepte, beispielsweise für kohlenhydratarmes Brot. Jeder kann dort tolle Ratschläge und Ideen finden, und zusammengenommen machen sie den Alltag leichter.” Marion folgt verschiedenen Social Media Seiten, um „praktische Ratschläge für den Alltag zu finden”, etwa Rezeptideen, Sporttipps oder Informationen über Geräte für das Diabetesmanagement.

Diabetes Botschafterin via Social Media

Der Alltag mit der chronischen Krankheit ist das Hauptthema der Diabetes-Botschafterin: In ihrem Blog, auf ihrer Facebook-Seite und über ihr Instagram-Profil lässt Gisèle (@labelleetlediabete) die Community voller Optimismus an ihrem Alltag mit Diabetes Typ 1 teilhaben.

Sie spricht über die verschiedenen Geräte für das Diabetesmanagement, gibt Ratschläge, wie sich Sport mit Diabetes Typ 1 in Einklang bringen lässt, und postet „Memes”, um die Community aufzuheitern und abzulenken.

Aber Achtung! Fürsorglichkeit ist in den Diabetes-Communities zwar das oberste Gebot, aber die Tipps, die Sie dort bekommen, ersetzen nicht den Rat eines Arztes oder Diabetologen. Bei Fragen, die direkt mit der Überwachung oder Behandlung Ihres Diabetes zu tun haben, ist das Gespräch mit Ihrem Diabetologen und/oder Hausarzt unerlässlich.

Der virtuelle Austausch in sozialen Netzwerken gibt Menschen mit Diabetes die Möglichkeit, sich kennenzulernen, einander Mut zu machen und mehr Selbstvertrauen im Alltag zu bekommen.

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