Diabetes-Typ-1: Seine Entstehung, seine Ursachen

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Beim Typ-1-Diabetes handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, wobei es sich um eine Fehlfunktion des Immunsystems handelt. Auch wenn die Entstehungsgeschichte dieser Krankheit heute weit bekannt ist, werden die Auslöser des Typ-1-Diabetes noch immer von Experten diskutiert.

Eine Pankreaserkrankung?

Typ-1-Diabetes ist eine Autoimmunerkrankung. Sein Ursprung liegt  daher in der Immunität: Die Antikörper, die den Menschen normalerweise vor Infektionen schützen sollen, werden in Auto-Antikörper umgewandelt, die gegen bestimmte Bestandteile der körpereigenen Zellen gerichtet sind. Bei Typ-1-Diabetes ist das Ziel die Bauchspeicheldrüse oder genauer gesagt die insulinproduzierenden Zellen, die Beta-Zellen.

Der Nachweis dieser Auto-Antikörper im Blut des Patienten ist bei der Diagnosestellung von Typ-1-Diabetes sehr hilfreich.

Es wird heute angenommen, dass die Anzahl an Betazellen einer jeden Person genetisch bedingt ist. Es wird geschätzt, dass 80 bis 90% dieser Zellen der Bauchspeicheldrüse zerstört werden müssen, um einen Typ-1-Diabetes zu entwickeln. Die Erforschung der Krankheit hat zu mehreren Hypothesen über die Hauptursachen für Typ-1-Diabetes geführt, die sich nicht unbedingt gegenseitig ausschließen.

Genetische Veranlagung?

Beim Typ-1-Diabetes handelt es sich streng genommen (im Gegensatz zum Typ-2-Diabetes) um keine genetische Erkrankung. Allerdings wissen wir heute, dass Typ-1-Diabetes in einem Feld mit einer genetischen Veranlagung auftritt. Die genetische Komponente von Typ-1-Diabetes wurde durch die Untersuchung von Familien mit Diabetikern  bestätigt; in der Tat ist das Risiko, Typ-1-Diabetes zu entwickeln, wenn ein Geschwisterteil davon betroffen ist, höher als in der Allgemeinbevölkerung. Dieses erhöhte Risiko, steht nicht in direktem Zusammenhang mit dem Vorhandensein von „Genen, die am Typ-1-Diabetes beteiligt sind“ unter Geschwistern, sondern mit dem Einfluss von Genen, die an der Regulation der Immunität beteiligt sind.  

Durch diese familiäre Gemeinsamkeit, haben Familienmitglieder eines Typ-1-Diabetikers (Geschwister oder Kinder) somit eine größere Neigung als die Allgemeinbevölkerung, Typ-1-Diabetes oder andere Autoimmunerkrankungen (wie Schilddrüsenerkrankungen oder Zöliakie) zu entwickeln.

Ein Virus, das für Typ-1-Diabetes verantwortlich ist?

Nicht alles lässt sich genetisch belegen, und andere Hypothesen werden gleichermaßen aufgestellt. Die erste ist die virale Hypothese, bei der es sich um Enteroviren handelt, die bereits im frühen Alter oder sogar während der Schwangerschaft eine Infektion bei der betroffenen Person auslösen können. Auch andere Autoimmunerkrankungen sind mit einer Virusinfektion verbunden, ohne dass heute bekannt ist, ob diese Infektion Ursache, oder lediglich Auslöser der Autoimmunität ist.

Im Zusammenhang mit dieser viralen Hypothese wurde vermutet, dass auch Impfstoffe, denen viele Krankheiten vorgeworfen werden, verantwortlich für Typ-1-Diabetes sein können. Allerdings neigen die verschiedenen bisher zu diesem Thema veröffentlichten Studien dazu, diese Hypothese zu widerrufen. 

Zu saubere Kinder?

Eine weitere Hypothese, die von den Wissenschaftlern in Erwägung gezogen wird, ist die Hygienetheorie. Aufgrund des Rückgangs der Infektionen bei Kindern würde eine übermäßige Hygiene zu einer „Hyperreaktivität“ eines wenig beanspruchten Immunsystems führen und so die Zunahme von Autoimmunerkrankungen, einschließlich Typ-1-Diabetes fördern. Frühe Infektionen können das Immunsystem stärken und die Reaktion auf Infektionen anpassen. Allerdings ist es auch nach heutigen wissenschaftlichen Forschungserkenntnissen noch nicht möglich, diese Hygienehypothese als Hauptursache für Typ-1-Diabetes verantwortlich zu machen.

Was ist mit dem Stress bei all dem?

Man hört oft von Diabetes, ausgelöst durch psychische Traumata oder „emotionalen Schock“. In diesem Fall wäre es klüger, die auslösenden Faktoren zur Sprache zu bringen, die den Ausbruch der Krankheit und den Beginn der Symptome beschleunigen. Tatsächlich kann eine stressige Phase oder eine Infektion, anhand der verursachten Beschwerden, den Anlass darstellen, einen Diabetes zu erkennen, der höchstwahrscheinlich aber bereits vorhanden war.

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